Der Höhepunkt: Das Schützenfest

In jedem Schützenverein, der etwas auf sich hält, ist das Schützenfest der Höhepunkt des Jahres. Hier werden die Traditionen des Vereins nicht nur hochgehalten sondern auch öffentlich zur Schau gestellt. Und natürlich wird auch der Schützenkönig ermittelt.

640px-Face_Piercing_Phuket_Festival_-_Machine_Gun_04Der Ursprung des Festes liegt im Mittelalter. Damals noch Bürgerwehren gab es alljährliche Musterungen und Zurschaustellungen der Schützengilden. Dieses wurde dann bald auch mit einem Fest verbunden. Auch damals schon lud man die Gilden der benachbarten Städte ein. Mit der Zeit verschwand aber der militärische Hintergrund, aber die Feste und viele Gilden blieben bestehen.

In der Schweiz ist aber der Verteidigungsaspekt geblieben, die Schweizer Armee finanziert gerne solche Feste und veranstaltet jährlich das Eidgenössische Feldschießen, dessen Teilnahme kostenlos ist.

Das Programm der Feste ist nicht einheitlich geregelt, man findet aber bestimmte Teile auf jedem Schützenfest. Da ist zum Beispiel der Fest-Umzug. Die Mitglieder des Schützenvereins marschieren in ihren Uniformen durch die Straßen der Stadt, meist begleitet von Abordnungen anderer Schützenverein und auch von Vereinen aus der Stadt und Gemeinde. Oftmals sind auch Musikzüge anwesend, und so ein Umzug kann mehrere Stunden dauern. Dabei werden auch die Vereinsfahnen zur Schau gestellt.

Ein besonderes Ereignis ist der Fahnenschlag, oder auch Fahnenschwenken, Es soll die Fesselung des Schutzpatrons der Jung-Schützen, den heiligen Sebastian, symbolisieren. Wie die Fahnen geschwenkt werden dürfen, ist übriges in der Bundesfahnenschwenkerordnung genauestens festgelegt. Schiedsrichter überwachen die Einhaltung.

Höhepunkt ist natürlich die Ermittlung des Schützenkönigs. Teilnehmer schießen entweder auf eine Zehnerringscheibe oder auf sich bewegende Ziele, meist kunstvoll gemalte Tiermotive wie Füchse, Hasen und Wildschweine. Meistens werden Luftgewehre oder Kleinkalibergewehre eingesetzt. Übrigens ist Schützenkönig oftmals nicht nur ein Titel, sondern kommt auch mit bisweilen erheblichen finanziellen Verpflichtungen. Deshalb kommt es vor, dass manchmal der König vorher bestimmt wird um sicherzustellen, dass er den Verpflichtungen nachkommen kann. Der Zweitplatzierte wird übrigens Erster Ritter, der drittplatzierte entsprechend Zweiter Ritter genannt. Traditionell trägt die Ehefrau des Schützenkönigs den Titel Schützenkönigin, es sei denn dieser Titel wird in einem eigenen Frauenwettbewerb vergeben.