Die Bedeutung der Schützenfahnen

Zu den Traditionen der Schützenvereine gehört die Pflege und das Zuschaustellen der Vereinsfahne. Die Fahnen geben wie einst die Banner an, woher der Verein kommt und welche geographischen Besonderheiten seinen Standort ausmachen. Manchmal werden auch Schutzpatrone und Wappentiere verwendet. Die Ursprünge der Fahnen liegen in den Standarten, die einst den Standort von Truppenteilen angaben. Das Fahnenschwenken ist übrigens einst eine Art der Kommunikation in der Schlacht gewesen – es zeigte Befehle zur Verlagerung der Truppen, zum Angriff oder zur Verteidigung an.

download (9)Die einfachste Form der Schützenfahne sind aber meist gekreuzte Gewehre, die von Lorbeeren oder anderen Blätterkränzen umgeben sind. Die Farbe Grün ist sehr oft bei Schützenvereinen zu finden. Andere Symbole sind Wildtiere, so kann man sowohl Adler als auch Falken und sogar Wildschweine finden, auch hier meist in Kombination mit einer Waffe, meistens einem großkalibrigen Gewehr.

Vereine, die vor allem das Sportschießen fördern, haben statt Tieren auch Zielscheiben in der Mitte der Fahne, auch hier meist vor gekreuzten Gewehren.

Oftmals sind und werden die Fahnen auch geweiht, vor allem im Süden Deutschlands und in Österreich. Die Fahnenweihe ist eigentlich ein militärisches Ritual, dass aber Ursprünge im 10. Jahrhundert hat. Bisweilen wird sie von den so genannten Fahnenjungfrauen, die Unbeflecktheit und Reinheit symbolisieren sollen, in einer Prozession zur Kirche getragen. Im Rahmen eines Gottesdienstes werden vom Priester neue Fahnen in einem Ritual geweiht, die Fahne wird dabei nahe am Altar aufgestellt. Fahnenweihen sind auch bei Burschenschaften und bei Freiwilligen Feuerwehren üblich. Geweiht werden meistens neue Fahnen, manchmal auch restaurierte Fahnen.

An den Fahnen können auch Bänder befestigt werden. Üblich ist ein schwarzes Band zur Erinnerung an die toten Vereinskameraden, ein Band der Fahnenmutter und ein oder mehrere Bänder vo befreundeten Vereinen.

Manche Vereine lassen auch Sinnsprüche auf die Fahne sticken, oftmals auf die Rückseite. “Scharfes Aug und sichre Hand bringen Glück im Schützenstand” ist einer der sehr beliebten Sprüche, meist noch verziert mit historischen Darstellungen von Schützen oder Gewehren.