Grundlagen der Organisation bei Schützenvereinen

In den Anfangsjahren waren die Schützenvereine und -corps sehr dezentral organisiert. Jeder Verein war autark, es gab im 19. Jahrhundert kaum überregionale Dachorganisationen. Heute ist das anders: Örtliche Schützenvereine bilden einen Kreisverband, die Kreisverbände bilden den Landesverband und die 20 Landesverbände sind dann im Deutschen Schützenbund zusammengeschlossen. Bayern macht wie so oft eine Ausnahme und hat noch den Gau als Organisiationsebene zwischen Kreis und Land, und in Hamburg gibt s auch noch Regionalverbände. Der Schützenbund ist nicht alleine, es gibt auch noch den Bund der historischen Schützenbruderschaften und den Bund der Sebastianus Schützenjugend, beides aber konfessionelle Organisationen die eng mit der katholischen Kirche verbunden sind. Der Schützenbund hat heute etwa 1,3 Millionen Mitglieder. Seine Gründungsjahre sind das Jahr 1861 und der Wiedergründungsjahr 1951 nach dem Zweiten Weltkrieg. Als Vereinszweck sind die Förderung und Überwachung des Sportschießens nach einheitlichen Regeln, die aus- und Fortbildung und die Förderung des Schützenbrauchtums sowie die Veranstaltung des Deutschen Schützentages in der Satzung angegeben. Das oberste Organ ist die alle zwei Jahre stattfindende Delegiertenversammlung.

Die Vereine unterliegen der Verordnungen für das Schützenwesen. Dazu gehören das sportliche Schießen mit Gewehren, Pistolen, Vorderrädern, Armbrüsten, Bogen, Schnellfeuerpistole und der Sommerbiathlon. Als Grundlage für Wettbewerbe dient die Sportordnung des Deutschen Schützenbundes. Die Schützenfeste, gerade im ländlichen Raum eines der großen Feste des Jahres, können je nach Gutdünken des veranstaltenden Vereines gestaltet werden. Meist ist ihre Abfolge in der Vereinssatzung festgelegt.

Da Schützen natürlich mit Waffen hantieren, unterliegen sie auch den Bestimmungen des Waffengesetzes und der Waffenordnung sowie dem Kriegswaffenkontrollgesetz und des Sprengstoffgesetzes. Natürlich gelten auch die Jugendschutzbestimmungen.

Es gibt übrigens auch reine Sportschützenvereine, wie den Verband Deutscher Sportschütze, die Deutsche Schießsport Union, den Verband der Reservisten der Deutschen Bundeswehr und den Verband der Militär- und Polizeischützen. Diese Organisationen sehen aber den Sport im Vordergrund und nicht die Pflege der Tradition wie es die Schützenvereine tun.